Die Alpenschalter.....

Meistens bleiben die Leute stehen, oft lächeln sie, gelegentlich
zeigen sie mit dem Daumen nach oben, ich denke das dürften die
meisten Fahrer einer klassischen Vespa auch schon so oder so ähnlich
erlebt haben. Irgendwie ist ein Oldtimer immer etwas besonderes aber
eine klassische Vespa ist da zweifelsfrei nochmal etwas ganz
besonderes, sie transportiert und repräsentiert wie kein anderes
Fahrzeug ein positives Lebensgefühl, es nennt sich Dolce Vita.
Bei mir ist das auch so. Wenn ich auf einer meiner Vespas sitze und so
durch die Gegend tuckere, stellt sich immer schon nach kurzer Zeit
eine seliges Dauerlächeln in meinem Gesicht ein. Und je mehr von den
Knatterbüchsen gemeinsam mit mir unterwegs sind um so seliger wird
es.
„Da Vespa fahren wo andere Urlaub machen, das ist echt der
Wahnsinn!“. Diesen Spruch hat ein Teilnehmer unseres diesjährigen
Alpenschalter „Giro del Porno“ während der Veranstaltung zu mir
gesagt. Nun das mit dem „wo andere Urlaubmachen“ mag jetzt nicht
als Alleinstellungsmerkmal für das südöstliche Alpengebiet Bayerns
sein, aber nichts desto Trotz, besonders schön ist es hier schon. Und
ganz besonders schön ist es eben, diese einmalige schöne und
einzigartige Kulturlandschaft auf dem Kulturgut Blech- und
Schaltroller, sprich einer alten Vespa zu genießen. Lebensfreude pur
im Doppelpack. Und wie sagt der Volksmund „Gemeinsam ist immer
besser als Einsam“. Aus diesem Grund gibt es den Alpenschalter
Vespaclub.
Aber Alles der Reihe nach. Gegründet wurden die Alpenschalter als
Vespaclub „Chiemgauvespen“ im Jahr 2010 in Aschau im Chiemgau.
Recht schnell stellte sich heraus das hier im östlichen
Voralpengebiet eine ganze Menge von „Vespaverrückten“ unterwegs
sind, so das sich die Reihen der Mitglieder schnell auf die heute 30
Mitglieder aus dem Süd-Ost bayrischen Raum sowie dem Tiroler Oberland
füllten. Besonders schön ist es das bei den Alpenschaltern auch ein
nicht unbedeutender Anteil an Frauen Mitglieder sind. Wie stark die
Vespa auch Alt und Jung vereint zeigt die Spanne welche zwischen dem
Alter unseres jüngsten Mitglieds und unseres ältesten Mitglieds im
Club ist. Der jüngste Alpenschalter ist 1983 geboren worden und der
älteste ist mit dem Geburtsjahr 1942 unser Mitglied Walter Schoierer.

Zwischenzeitlich ist der größere Anteil der Mitglieder nicht aus dem
Chiemgau. Daher musste ein neuer Name her, mit dem sich alles
Mitglieder gut identifizieren könnten. Und hier kommt wieder die in
vielen der Mitglieder verwurzelte Affinität zu unseren Bergen zum
Tragen. Deshalb wurde ein Name gewählt mit dem sich auch unsere
Mitglieder aus Tirol, dem Inngau oder Tegernseer Tal gut
identifizieren könnten. und so kam es das der Club seit Oktober 2013
Alpenschalter heißt.
Den Geist der bei den Alpenschaltern vorherrschst kann man guten
Gewissens als eine Melange zwischen dem Lebensgefühl das vorrangig
von der Vespa und den Bergen geprägt ist. Ich nenne das für mich
„La dolce vita della montagna.
Nicht nur, aber besonders jetzt im Herbst, bietet das natürliche
Biotop in dem sich der gemeine Alpenschalter bewegt, mit seinen
wunderbaren, herbstlich goldenen Farben und die durch die Technik der
klassischen Vespas vorgegebene Entschleunigung das pure Naturerlebnis
bei der Fahrt über kleine malerische von Mischwäldern eingefassten
Bergstraßen, entlang von Wiesen und Almen und typischen Bauernhöfen
oder an einem der hiesigen Seen entlang. Zu den von den Alpenschaltern
organisierten Ausfahrten in unserer wunderschönen heimischen Natur
gesellen sich auch immer gerne Rollerfahrer die keinem Club
angehören, wobei uns dort die Blechschaltroller aller möglichen
Hersteller ebenso herzlich willkommen sind, als auch alle Vespas, also
auch die Modernen, sowie die Mitglieder von anderen Vespa Clubs.
Gemeinsam geht es dann nach der „Blaunebelausfahrt“ noch auf eine
Brotzeit und das ein oder andere Getränk gemeinsam in einen
Biergarten oder eine „urige“ Gastwirtschaft, wo sich nach kurzer
Zeit zwischen den Teilnehmern die obligatorischen Zweitakt- und
Schrauberdgespräche entwickeln.
Das Thema Essen und Trinken führt dann gleich weiter zu unserem
monatlichen Alpenschalter Rollerstammtisch der an jedem dritten
Freitag im Monat stattfindet. Gewöhnlicherweise ist das immer ab
19:00 Uhr im Gasthof Maurer in Grainbach am Samerberg. Auch hier sind
uns alle Schaltrollerfahrer zu den ausgiebigen Zweitaktöl
geschwängerten Fachgesprächen sehr herzlich willkommen.
Eine weitere regelmäßige Instanz bei den Alpenschaltern sind die,
wegen der oft zu lange gefühlten Vespaabstinenz, meist in der kalten
Jahreszeit durchgeführten Vespa-Schrauber Workshops, die in der
wunderbaren Vespa Nostalgie Werkstatt „Vespaland“ welche der
zweite Vorsitzende der Alpenschalter, Tom Hofbauer in Gmund am
Tegernsee betreibt, statt.
Die Tricks und Kniffe welche die alten Hasen unter unseren Vespa
Schrauben haben, werden hier durch Wissenstransfer an die Mitglieder
weitergegeben die noch nicht so viel Erfahrung beim Schrauben haben,
um sich in Zukunft besser selbst helfen zu können, wenn mal wieder
etwas an der eigenen Bella technisch streikt.
Dieses technisches Know How ist auch besonders wichtig. Jedes Mitglied
im Club besitzt durchschnittlich 2 oder mehr Schaltroller. Die
Modellvielfalt reicht hier, zeitlich von den Anfangsjahren in den
Vierzigern bis in die Neunziger des letzten Jahrhunderts, von
Wideframe, Largeframe und Smalframe Modellen der verschiedensten
Hersteller wie Piaggio, ACMA, Douglas, oder Motovespa.
Gerne sind die Alpenschalter auch mal in größeren Gruppen bei den
Veranstaltungen der benachbarten und befreundeten Clubs im In-und
Ausland unterwegs.
Der nächstgelegen Vespa Club ist übrigens knapp vor Salzburg und
München, der die Vespa Alp Days jährlich ausführende Vespa Club von
Zell am See. Kein Wunder also das viele Alpenschalter dort bei den
Ausfahrten zu finden sind.
Bei den Vespa World Days 2014 in Mantua stellten die Alpenschalter die
drittgrößte deutsche Abordnung. In Biograd dieses Jahr waren wir
ebenfalls mit einer schönen Gruppe vortreten.
Gut zu erkennen auf Vespatreffen sind die Alpenschalter an den
laubgrünen Club Klamotten, welche den meisten sofort ins Auge stechen
sollten. Die Beinschildbannern sind, nicht wie heutzutage meistens
üblich auf PVC gedruckt, sondern nach alter Sitte ist das
Alpenschalter Logo auf eine Segeltuchbahn gestickt.
Eine ganz besondere Veranstaltung war für die Alpenschalter dieses
Jahr, die zum ersten mal ausgeführte Vespa Schnitzeljagd „Giro del
Porno“, die von Petting in Bayern nach Fucking in Oberösterreich
führte und an der ca. 60 Vespafahrer teilnahmen. Hier galt es in der
schönen Gegend rund um den Waginger See diverse Rätsel zu lösen und
Aufgaben zu bewältigen. Alle Beteiligten der verschiedenen Teams
hatten an einem perfekten Sommertag einen riesen Spaß. Und nach der
Siegerehrung im Biergarten des Bräustüberls in Schönramm ging die
Party dann noch am Campingplatz bis zum ersten Morgenlicht weiter.
Eine neue Auf des Giro del Porno wird es im Jahr 2017 geben.
Alle Vespafahrer die sich z.B. bei einem Urlaub in unserem
Einzugsgebiet befinden sind herzlich eingeladen sich bei uns zu melden
– vielleicht ergibt sich ja mal eine gemeinsame Ausfahrt oder Ihr
besucht uns auf einen unserer Veranstaltungen. Wenn Ihr einen Tipp
für eine schöne Route braucht könnt Ihr euch auch gerne melden.


Alpenschalter im Fernsehn